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Schmerzhafte Periode, belastete Seele?
Eine aktuelle Studie bestätigt, dass Menstruationsschmerzen im Jugendalter mit einem erhöhten Risiko für seelische Belastungen verbunden sein können. Mädchen, die regelmäßig unter schmerzhaften Perioden leiden, entwickeln demnach häufiger Angstzustände und depressive Symptome – sowohl während der Teenagerjahre als auch im jungen Erwachsenenalter – als Gleichaltrige ohne diese Beschwerden.
Schätzungen zufolge haben rund 70 % aller Jugendlichen weltweit mit Regelschmerzen zu tun. Um mögliche langfristige Auswirkungen auf die Psyche zu untersuchen, analysierte ein Team Daten aus der Langzeitstudie „Growing up in Australia“. Dafür wurden rund 1.600 Mädchen und junge Frauen über mehrere Jahre hinweg wiederholt zu ihrem Menstruationserleben und ihrer psychischen Verfassung befragt, ergänzt durch Einschätzungen der Eltern.
Die Auswertung zeigte, dass Betroffene im Alter von 14, 16 und 18 Jahren deutlich öfter Anzeichen von Angststörungen und Depressionen aufwiesen. Mit 21 Jahren berichteten sie zudem von einer höheren allgemeinen psychischen Belastung. Als mögliche Erklärung nennen die Forschenden ein Zusammenspiel sozialer und biologischer Faktoren. Jugendliche mit starken Periodenschmerzen fehlen öfter in Schule oder Freizeit und ziehen sich eher zurück, was Einsamkeit und ein geringeres Selbstwertgefühl begünstigen kann.
Gleichzeitig könnte das wiederholte Erleben von Schmerzen das Nervensystem empfindlicher machen. Da Schmerzverarbeitung und emotionale Regulation im Gehirn ähnliche Strukturen und Botenstoffe nutzen, könnten chronische Beschwerden die psychische Stabilität beeinträchtigen. Die Studienverantwortlichen betonen, dass viele junge Menschen Menstruationsschmerzen als unvermeidlich ansehen und deshalb keine Unterstützung suchen. Sie empfehlen, frühzeitig aufzuklären, Schmerzen ernst zu nehmen und zu behandeln.
Zudem sollten Fachkräfte bei Jugendlichen mit krampfhaften Regelschmerzen auf Warnzeichen für Angst und Depression achten, um rechtzeitig Hilfe anbieten und langfristigen Folgen vorbeugen zu können.
Cameron, L. et al.
The relationship between menstrual pain in adolescence and mental health in adolescence and early adulthood
J Psychosom Res
5/2025
- Gesundheit & Medizin
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